Biogas aus Cashew-Äpfeln
Das Hauptprodukt des Cashewbaums ist die Nuss. Und Cashewäpfel sind ein Nebenprodukt. Sie sind süß und ähneln im Geschmack Mangos. Cashewäpfel sind essbar und sogar gesund, aber sie sind empfindlich und verderben schnell, was Transport und Vermarktung erschwert. Aus Cashewäpfeln lassen sich Saft, Marmelade, Alkohol, Likör und Biogas herstellen. Die Biogasproduktion aus Cashewäpfeln ist besonders interessant, da sie Energie für Lebensmittelverarbeitungsbetriebe liefern kann, die Cashewäpfel verarbeiten, und vor allem als Biodünger für Cashewplantagen dient.
Die Cashewsaison dauert 40 bis 70 Tage. Die Ernte erfolgt auf verschiedenen Plantagen zu unterschiedlichen Zeiten. Selbst vom selben Baum fallen die Früchte nicht gleichzeitig, sondern zu unterschiedlichen Zeiten zu Boden. Eine Biogasanlage muss ganzjährig in Betrieb sein. Daher müssen Cashewäpfel siliert werden, um eine ganzjährige Versorgung zu gewährleisten. Die Silierung erfolgt ähnlich wie die Maissilierung in der Viehhaltung. Ähnliche Prozesse finden auch bei der Silierung von Gurken, Kohl und Äpfeln statt. Die Früchte werden im Silo durch natürliche Milchsäurebakterien fermentiert. 35–40 Tage reichen für die Silierung von Cashewäpfeln aus. Das Silo sollte idealerweise aus Beton bestehen und unterirdisch angelegt werden. Im Gegensatz zu Mais geben Cashewäpfel während der Silierung Saft ab. Um ein Auslaufen zu verhindern, wird das Silo als Betongrube unterirdisch gebaut. Zur Zugabe von Milchsäurebakterien kann Saft aus dem Silagelager eines Milchviehbetriebs verwendet werden. Bei der Lagerung von Cashewäpfeln wird das Silo mit 1–2 % Saft besprüht und mit einer PVC-Folie abgedeckt.
Die Silierung konserviert nicht nur Cashewäpfel, sondern verbessert auch die Biogasausbeute. Im Silo findet eine Vorfermentation mit Milchsäurebakterien statt. Die Biogasausbeute steigt im Vergleich zu frischen Cashewäpfeln um 5–10 %. Die Silierung von Cashewäpfeln kann aufgrund des hohen Feuchtigkeitsgehalts von 80–85 % eine Herausforderung darstellen. Anstelle der Cashewäpfel selbst kann daher gepresstes Cashewapfelmark, ein Nebenprodukt der Saft- und Püreeherstellung, zur Biogasgewinnung verwendet werden. Dieses enthält 25–30 % Trockenmasse und lässt sich wie gepresstes Zuckerrübenmark leicht silieren. Die Silierung kann in Betonsilos oder Polyethylensäcken erfolgen. Dieselben Maschinen, die für die Silierung von Maissilage in Säcke verwendet werden, eignen sich auch für die Silierung von gepresstem Cashewapfelmark.
Siliertes Cashewapfelmark ist bis zu 3–4 Jahre haltbar. Die Biogasausbeute aus einer Tonne siliertem Cashewapfelmark beträgt 150–170 m³ mit einem Methangehalt von 58 %. Die Fermentationsdauer beträgt 28 Tage.
Die Biogasausbeute beträgt 110 m³ pro Tonne Cashewapfelsilage bzw. 90 m³ Biogas aus einer Tonne frischer Cashewäpfel. Der Methangehalt liegt bei 53 %. Die Fermentationsdauer beträgt 35 Tage. Eine Biogasanlage, die 100 Tonnen Cashewfrüchte verarbeitet, produziert etwa 1 MW Brutto-Stromleistung (900 kW netto). Dies entspricht 24.000 kWh Brutto-Stromenergie pro Tag